Sonntag, 27. Juli 2014

Mein erster Versuch mit Haarseife

Ich habe das erste Mal Haarseife ausprobiert und möchte euch heute an diesem Prozess teilhaben lassen.

Haarwäsche bisher

Seit einigen Jahren verwende ich das alverde Sensitiv Shampoo und war damit auch sehr zufrieden. Dazu habe ich immer Spülung, die letzten 2 Jahre bspw. die Feuchtigkeitsspülung von alverde, verwendet.
Gelegentlich kam noch eine Haarkur dazu.
Dann haben mich die festen Shampoos gereizt und ich kaufte mir das grüne von Lush (ich glaube Karma?), allerdings hat das nicht funktioniert, meine Haare fetteten schnell nach.

Ende 2013 wagte ich einen neuen Versuch mit festem Shampoo und das habe ich seitdem regelmäßig verwendet, erst abwechselnd mit dem alverde Shampoo, später allein.
Parallel habe ich immer häufiger über Haarseifen gelesen und recherchiert. Im Mai/Juni 2014 entschied ich dann Haarseifen selbst auszuprobieren, da sich der Shampoobar dem Ende neigte.
Ich habe dann bei Genuss Im Bad ein Probenset (und ein klein wenig mehr) bestellt.

Das Ausprobieren

Obwohl mein Shampoobar noch nicht aufgebraucht war, konnte ich es nicht lassen und musste eine der Seifen ausprobieren. Ich entschied mich für Melisse, weil das echt toll riecht. Hier also meine Eindrücke zu den Haarwäschen:

#1 Das erste Mal:  Ich habe es eigentlich genauso gemacht, wie mit dem Shampoobar, also über das feuchte Haar streichen, aufschäumen, ausspülen und wiederholen. Das klappte ganz gut, auch wenn es nicht ganz so schön schäumt. Danach habe ich eine Haarkur verwendet (ich verwende die gelegentlich statt Spülung) und danach eine saure Rinse (mit Branntweinessig).
Das Ergebnis am nächsten morgen: schöner Ansatz und eine zufriedene Caro - nur mein Freund meinte, meine Längen hinten seien strähnig und da hatte er leider recht.

#2 Ich musste dann also bei der zweiten Haarwäsche nochmal die Haarseife verwenden, weil ich testen wollte, ob es an der Seife lag oder ich nicht gut genug ausgespült hatte oder die Haarkur (mit neuer Rezeptur) die Ursache war.
Das Ergebnis war meines Erachtens nach wirklich besser als beim ersten Mal und damit war ich zufrieden.

Ich habe dann also erstmal weiter den Shampoobar verwendet um nur etwa 2 Wochen später wieder das Verlangen zu haben, nochmal die Haarseife auszuprobieren.

#3 Gedacht getan, diesmal mit Zitronensäure-Rinse und Kopfüber über der Wanne. Das Ergebnis war katastrophal. Die Haare waren nach dem trocknen sehr strähnig und fettig und sahen furchtbar aus. Ich habe also am ersten Tag die Haare eingedreht und geflochten und am zweiten einen Zopf getragen, da fiel es nicht so sehr auf.

#4 Und natürlich habe ich dann gleich wieder mit der Haarseife waschen müssen, diesmal wieder normal in der Dusche und mit gewohnter Essig-Rinse und ohne Spülung. Das funktionierte dann ganz gut und das Ergebnis am nächsten Morgen war zufrieden stellend.

#5 Die nächste Haarwäsche habe ich wieder ohne Spülung gemacht und dabei die Seife in der Hand aufgeschäumt, statt über die Haare zu streifen. Danach habe ich etwas Haaröl ins nasse Haar gegeben. Das Ergebnis war dann leider wieder strähnig. Vielleicht habe ich aber auch zu viel Haaröl verwendet?

#6 Wieder griff ich zur Haarseife und zur sauren Rinse, allerdings habe ich danach das erste Mal die Rinse wieder ausgespült. Das war toll, denn da haben sich die Haare beim Ausspülen wie nach der Verwendung einer Spülung angefühlt. Plötzlich so schön glatt und nicht so quietschig-stoppend.

#7 Das letzte Mal (vorerst?) mit dieser Seife, denn sie wurde komplett alle dabei. Wieder habe ich die Rinse ausgespült. Die Haare sind aber am Hinterkopf irgendwie strähnig und ich glaube, das könnte daran liegen, dass die Seife nicht ganz gereicht hat. Hätte ich mehr gehabt hätte ich etwas mehr Schaum in die Haare gegeben.

Vielleicht nochmal kurz, wie ich das Waschen an sich gemacht habe.
Anfangs habe ich die Seife über die nassen Haare gestrichen, allerdings hat es sich dann manchmal nicht gut aufschäumen lassen und ich hatte das Gefühl, dass viele Rückstände im Haar bleiben.
Also bei den letzten 3 oder 4 Malen habe ich dann die Seife in der Hand aufgeschäumt und den entstandenen Schaum in die Haare gegeben, weiter aufgeschäumt usw. Das hat meines Erachtens besser funktioniert.
Ich habe immer zwei Durchgänge des Einschäumens gemacht.
Die Rinse bestand bei mir immer aus 1l kaltem Wasser und 2-3 Esslöffel Brantweinessig (so etwa, ich habe keinen Löffel zum Abmessen verwendet, sondern einfach ein paar Schluck ins Wasser gegeben)
Die letzten beiden Male habe ich die Rinse ausgespült, um zu testen, ob es einen Unterschied macht. Ich finde es macht es auf jeden Fall nicht schlimmer, eventuell sogar besser, da bei den beiden Malen die Haare ganz ok waren.

Fazit

Durchwachsen - ich habe ja noch drei weitere anderen Haarseifen-Proben und die werde ich auch verwenden, aber das Ergebnis bisher war nicht immer zufriedenstellend, was schon etwas frustrierend ist. Teilweise hatte ich ja schon das Gefühl, dass das Ergebnis gut war, dann habe ich aufgrund der Hitze die Haare eh wieder in einem Zopf getragen und konnte dann kaum einschätzen, wie gut das Ergebnis tatsächlich war oder wie lang anhaltend.
Ich werde zukünftig die Rinse weiterhin ausspülen und versuchen viel in der Hand aufzuschäumen.
Es ist auf jeden Fall aufwändiger bzw. dauert länger, als wenn ich einfach Shampoo ins Haar geben würde. Und auf Reisen wird es evtl auch schwierig, vor allem wegen der Rinse.

Was mich auf jeden Fall überrascht hat, dass ich so Probleme mit den Längen haben würde. Ich hatte eher erwartet, dass der Ansatz fettig sein würde und nicht, dass der super ist, aber die Längen strähnig werden.
Auch wie schnell das Stück letztendlich aufgebraucht war hat mich etwas überrascht. Natürlich war es nur ein kleines Stück, aber ich hatte trotzdem nicht damit gerechnet.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt wie sich das weiterentwickelt und freue mich darauf, die anderen Seifen auszuprobieren.

Wie sind eure Erfahrungen mit fester Seife, egal ob nun für die Haare, das Gesicht, die Hände oder den gesamtem Körper?

7 Kommentare

27. Juli 2014 um 13:42

Interessanter Post. Über Haarseifen habe ich bisher noch nie etwas gehört.

27. Juli 2014 um 16:02

@Schminktussi
Danke :)
Im Endeffekt sind Haarseifen auch nur normale Seifen, allerdings meist etwas weniger Überfettet, sozusagen, damit die Haare nicht überpflegt werden
Also soweit ich das verstanden habe, bin da noch recht neu im Metier ;)

27. Juli 2014 um 17:49

Ich möchte auch gerne mal Haarseifen ausprobieren...gerade am Anfang habe ich aber schon öfter über deine Probleme gelesen. Das ist bestimmt wirklich Übungssache und die Kopfhaut muss sich ja auch erst an die neue Methode gewöhnen. Auf weitere Berichte bin ich auf jeden Fall sehr gespannt :)

27. Juli 2014 um 19:55

@Rosa Schminktisch
Ich bin sehr froh, dass es dieses Probenset gibt, da man am Anfang ja wirklich keine Ahnung hat, welche Bedürfnisse man an eine Haarwaschseife stellt.
Ich denke auch, dass ich mich einfach daran gewöhnen und den richtigen Umgang herausfinden muss. Ich bleibe zuversichtlich :)

Warum hast du es noch nicht gewagt?

29. Juli 2014 um 03:02

Also bis jetzt habe ich nur von den festen Haarshampoos von Lush gehört, sie aber noch nie ausprobiert. Stelle mir das ganze etwas schwierig vor. Und dann mal eine ganz andere Frage: Was ist eine Rinse?!

29. Juli 2014 um 16:54

@shalely
Das mit den festen Shampoos funktioniert eigentlich recht gut. Man streicht einfach ein paar Mal über das nasse Haar und kann dann ganz normal Aufschäumen. zumindest war es bei mir so.
Das Problem ist, dass es eben im Endeffekt ein Shampoo in fester Form ist, also auch Tenside (Waschsubstanzen) enthält. Das ist bei seife anders

Eine Rinse ist eine Flüssigkeit, in meinem Fall 1l Wasser mit 2 EL Essig. Das gleicht den PH-Wert aus und kann ganz verschiedene Wirkungen haben. In meinem Fall soll es die Haare von Kalkablagerungen befreien

30. Juli 2014 um 00:31

@Caro Lolcat
Ahhh, ok. Dann weiß ich jetzt was gemeint ist. Hatte ich vorher noch nie gehört.

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