Sonntag, 19. August 2018

Louise O'Neill - Du wolltest es doch

Werbung//Rezensionsexemplar
Du wolltest es doch von Louise O'Neill ist Ende Juli bei Carlsen erschienen. Das eBook umfasst 368 Seiten und wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Inhalt

Nein, richtig sympathisch ist Emma nicht. Sie steht gern im Mittelpunkt, die Jungs reißen sich um sie und Emma genießt es. Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht. Klar, sie ist auf der Party mit Paul ins Schlafzimmer gegangen. Hat Pillen eingeworfen. Die anderen Jungs kamen hinterher. Aber dann? Sie erinnert sich nicht, aber die gesamte Schule weiß es. Sie haben die Fotos gesehen. Ist Emma wirklich selber schuld? Was hat sie erwartet – Emma, die Schlampe in dem ultrakurzen Kleid?

Meine Meinung

Die Thematik ist wirklich schwierig und heftig.
Zu Beginn lernt man Emma kennen und ich muss gestehen, dass sie mir nicht sympathisch ist. Was ihr dann jedoch zustößt ist furchtbar. Hier geht es nicht "nur" um eine Vergewaltigung, sondern auch um Erniedrigung. Sie wird in den sozialen Medien durch furchtbare Fotos und Kommentare und Nachrichten bloßgestellt. Darüber hinaus kann sie sich an nichts erinnern - Segen und Fluch zugleich?
Ich wollte gern wissen, was Emma daraus macht. Wie geht sie damit um, wie kommt sie damit klar, ändert sie sich und ihr Verhalten? Welche Freunde halten zu ihr?
Erzählt ist die Geschichte aus Emmas Sicht, was hier absolut Sinn macht. Der Schreibstil war etwas ungewöhnlich, da die Gedanken von Emma sehr hektisch sind. Ihr Gedanken sind auch sehr negativ wenn es darum geht sich auszumalen, was passieren wird. Sie gibt sich auch immerzu die Schuld.
Auch wenn Emma mir nicht sympathisch ist und sich nicht gerade toll gegenüber ihren Freunden verhalten hat, heißt das nicht, dass sie verdient hat, was ihr geschehen ist. Niemand hat das verdient und niemand hat das Recht jemandem so etwas anzutun. Selbst wenn sie sich freizügig anzieht, ist das keine Erlaubnis für sexuelle Übergriffe. Es ist auch egal, ob sich die Person vielleicht umentscheidet oder ob sie sich wehrt und bei Bewusstsein ist.
Der Roman ist zwar schon spannend, aber es ist kein Buch, was sich wie ein schöner Roman liest und Freude bereitet - das Thema wird schon recht schonungslos behandelt und Emma und ihre Gedanken empfand ich auch nicht schön zu lesen.
Ich bin etwas zwiegespalten, weil die Geschichte eigentlich gut gemacht ist und zum Denken anregt bzw aufzeigt, wie schlecht Menschen sein können, andererseits war mir die Protagonistin nicht sympathisch und der Schreibstil hat mir auch nicht so gut gefallen.

Habt ihr schon etwas über das Buch gehört?

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